Chronik – Teil 2 – Die neunziger Jahre

1990
In diesem Jahr sollte am Sandbacher See eine kleine Blockhütte in Fertigbauweise als Gerätehütte gebaut werden. Sie durfte die Maße eines Gartenhäuschens nicht überschreiten. Es wurde eine Gruppe für Planung und Ausführung gebildet. Die Kosten wurden mit allen Nebenarbeiten auf ca. DM 10.000,–  geschätzt.

Anfang 1990 hatte der Verein 58 aktive Mitglieder, 5 Ehrenmitglieder, 3 Jugendliche und 21 passive Mitglieder.

Der Vorstand hatte den Wegfall der Startgebühren bei Vereinsangeln wie Anangeln, Abangeln, 2x Mainangeln sowie die Herabsetzung der Mitgliedsbeiträge bei Aktiven von DM 100,– auf DM 80 ,-­ und bei der Jugend von DM 50,– auf DM 40,– sowie bei passiven Mitgliedern mit Mümlingkarte von DM 50,– auf DM 40,– beschlossen.

Wiegen der Fische nach dem Anangeln am 18.03.1990 am See
Wiegen der Fische nach dem Anangeln am 18.03.1990 am See
Ende 1990 stand die Gerätehütte am See.
Ende 1990 stand die Gerätehütte am See.

Anfang 1990 verstarb das Gründungsmitglied und erster 1. Vorsitzender Walter Dalwigk.

Von einem Gastangler an der Mümling wurde beobachtet, wie von Jemand große Mengen von Gartenabfällen wie Blätter und Äste eines Rankengewächses in die Mümling entsorgt wurden. Unser Gewässerwart Erich Luther kam dazu, holte den 1. Vorsitzenden und dieser die Polizei. Der Gastangler war sichtlich empört über den Umweltsünder.

Der Fischkönig bei den Herren von 1990 war:
1. Klaus Hilbert, 2. Reinhard Faust, 3. Fritz Faust

Ende 1990 stand die Gerätehütte am See. Sie wurde nochmal gestrichen sowie der Innenausbau mit Fußbodenbelag und kleiner Küchenecke gemacht.

1991

Wetterbericht vom Februar 1991: „Es lag an 19 Tagen eine 33 cm Neuschneedecke. Entsprechend tief waren auch die Temperaturen. So am 14. Februar mit -16.8°C.“
Dies führte am See zu einer tragenden Eisdecke, welche zum Schlittschuhlauf und Eishockey genutzt wurde.

Das Anangeln konnte dennoch am 17. März stattfinden. Das Eis war weg und aus der neuen Gerätehütte wurde den Anglern Rindswürstchen mit Brot und Getränke gereicht.

Um die anfallenden Verwaltungsarbeiten zu bewältigen, wurde ein PC mit Drucker für den Verein angeschafft.

Das 1. Mainangeln 1991 war am 5. Mai. Von 15 Teilnehmern wurden zusammen nur 5.150g gefangen. Beim 2. Mainangeln am 1. September sah es schon viel besser aus. Von 17 Anglern wurden 15.325g gefangen.

Da es im neuen Fischereigesetz des Landes Hessen keinen Unterschied mehr gab zwischen offenen und geschlossenen Gewässern, mussten wir uns am See an die gesetzliche Schonzeit für Forellen vom 1.11. – 31.3. halten. Deshalb konnten wir die Gewässer nicht offen lassen und mussten sie im Winter sperren.

zugefrorener Sandbacher See im Februar 1991
zugefrorener Sandbacher See im Februar 1991
Als Dankschön für alle Helfer am Anglerfest 1991 wurde diese zum Spanferkelessen eingeladen.
Als Dankschön für alle Helfer am Anglerfest 1991 wurde diese zum Spanferkelessen eingeladen.

1992

Illustration von Leopold Wernig zu seinen Bildern vom Anangeln am See 1992
Illustration von Leopold Wernig zu seinen Bildern vom Anangeln am See 1992
viel Regen beim Abangeln am 25.10.1992
viel Regen beim Abangeln am 25.10.1992

Unser Mitglied Leopold Wernig hat über die vielen Jahre nicht nur als Kassierer, sondern auch als Hobbyfotograf den Verein stark unterstützt. Viele der hier gezeigten Bilder verdanken wir ihm. Er zeigte auch seine Dias regelmäßig in den Mitgliederversammlungen und illustrierte die Fotostrecken, so u.a. mit dem nebenstehenden Bild vom Anangeln 1992.

An beiden Angeltagen am Main wurde die Angelzeit auf 7Uhr bis 10Uhr verkürzt, da sich in den früheren Jahren Probleme bei der Durchführung ergaben.

Es wurde von der Mitgliederversammlung beschlossen, dass die Vorstandsmitglieder als Aufwandsentschädigung für die Vorstandsarbeit mit ihren Partnern auf Rechnung des Vereins Essen gehen.

Zitat: „Insgesamt war die Arbeitsmoral in unserem Verein bei den Arbeitseinsätzen 1992 sehr gut. Aber es gibt leider auch Negatives. 7 aktive Mitglieder haben ihre Arbeits-stunden gar nicht oder nur teilweise geleistet. Sie haben von uns eine Rechnung erhalten. Es sind immerhin 2 weniger als letztes Jahr.“

Das Abangeln 1992 fand im strömenden Regen statt. Es nahmen nur 37 Mitglieder teil. Es wurden nur 164 Forellen mit einem Gewicht von 75 kg gefangen. Das war ein sehr schwaches Ergebnis.

1993

Für das Jahr 1993 änderte sich für das Angeln einiges. Es trat eine neue Fischereiverordnung in Kraft. Es änderten sich Schonzeiten und Mindestmaße. Es gab auch einige neue Verbote. Die Verordnung wurde an jedes Mitglied im März mit der neuen Angelkarte verteilt.

Für das Fischerfest wurden noch mindestens 30-40 Kuchen oder Torten benötigt. Diese sollten am Fest Sonntag vormittags im Festzelt angeliefert werden.

1993 hatte der Verein 58 aktive Mitglieder, 3 Ehrenmitglieder, 5 Jugendliche und 22 passive Mitglieder.

Insgesamt wurden von allen 87 Mitgliedern 1.734,25 Arbeitsstunden geleistet.

Unser Jugendwart Klaus Bey berichtete: „Am Samstag den 4. September 1993 haben wir unsere Jugendfreizeit an einen See gemacht. Gegen Mittag dann mussten wir einpacken, da es anfing kräftig zu regnen. Danach gingen wir in ein Gasthaus. Beim Essen und Trinken haben wir darüber nachgedacht, was beim Angeln falsch gemacht wurde.“

Schwer bepackt trägt Vereinsangler Mathias Weinacht sein Takle nach dem 1.Mainangeln am 23.05.1993 zurück zum Auto.
Schwer bepackt trägt Vereinsangler Mathias Weinacht sein Takle nach dem 1.Mainangeln am 23.05.1993 zurück zum Auto.
Zander mit Kartoffelsalat war der Renner beim Anglerfest am 12.06.1993 am See, unser aktives Mitglied Marietta Bey, war eine feste Größe in unserem Zanderwagen.
Zander mit Kartoffelsalat war der Renner beim Anglerfest am 12.06.1993 am See, unser aktives Mitglied Marietta Bey, war eine feste Größe in unserem Zanderwagen.

1994

Beschreibung folgt noch
Durch ein Hochwasser wurde sehr viel Müll beim Arbeitseinsatz am 26.02.1994 aus der Mümling am Wehr bei Neustadt gezogen.
Schaukasten mit Festzelt und Zanderwagen zum Anglerfest am 11.06.1994 am See
Schaukasten mit Festzelt und Zanderwagen zum Anglerfest am 11.06.1994 am See

Rundschreiben von Paul Adam: „Wir sind als Bachpaten unserer Mümlingstrecke aufgefordert, die Hochwasser-schäden aus dem Dezember 1993, zumindest den angeschwemmten Unrat, zu beseitigen. Bitte beteiligt Euch recht zahlreich an diesem Arbeitseinsatz, das ist Öffentlichkeitsarbeit für den Verein, die Presse wird vertreten sein. Wir werden unterstützt durch den Umweltberater der Stadt Breuberg Herrn Amiri.“

Die Angelzeiten am See wurden mit Genehmigung der Stadt Breuberg geändert. Es durfte geangelt werden vom 01.04. bis 31.10. vormittags bis 11.00 Uhr und nachmittags ab 16.00 Uhr. Der Pachtvertrag wurde dahingehend geändert.

Tom Ulm wurde zum neuen Vorsitzenden des Dachverbands “Marbach-See” e.V. gewählt. Die Marbachkarte für 1994 kostete nur DM 50,–. Es konnte nur bis ca. September geangelt werden, weil der Stausee dann abgelassen wurde. Es gab keine Fangbegrenzung. Die gesetzlichen Mindestmaße und Schonzeiten mussten aber eingehalten werden. Als der See abgelassen war, konnte sich Jeder Fische mitnehmen.

Es wurde in der Mitgliederversammlung die Frage gestellt, wie mit den Modellbootfahrern am See Zeiten vereinbart werden könnten, damit sie nicht ihre Boote zu gleicher Zeit fahren, wenn geangelt wird.

1995

Im Februar 1995 wurde an die Gerätehütte am See eine Toilette mit Waschbecken angebaut. Der Benutzungskomfort wurde damit deutlich gestiegt.

Bei den Angeltagen am Main wurde mehr auf die neuen Schonzeiten und Schonmaße geachtet werden. Diese sind in Bayern anders, als in Hessen. Eine Fotokopie mit den Schonzeiten und Schonmaßen wurde mit der nächsten Einladung an alle Mitglieder verschickt.

Das Gründungsmitglied und erster 2. Vorsitzender sowie Ehrenmitglied des Vereins Heinz Riederich verstarb.

Zitat Paul Adam: „Das Anglerfest 1995 war, ich glaube sagen zu können, ein Erfolg. Leider spielte das Wetter nicht so mit. Ein Dankeschön an den Festausschuss. Die Festhelfer sind am 26.08.1995, zum fünften Picknick, zu einem gemütlichen Beisammensein an unserer Hüfte eingeladen. „

Nach langer Zeit wurde am 4.11. wieder mal das Netz durch den See gezogen. So war es für etliche Mitglieder das erste Mal. Sie waren sehr überrascht, was alles im Netz war. Der vermutete Hecht war allerdings nicht dabei. Aber dafür sahen wir dafür einen schönen Zander-Besatz im See.

Der Fangbericht für das gesamte Jahr 1995 weist am Sandbacher See folgende Fänge aus: 952 Forellen, 9 Karpfen, 5 Zander, 3 Hechte, 22 Aale, 1 Schleie, 18 Rotaugen mit einem Gesamtgewicht von 409 kg.

Werbeplakat für das 15. Anglerfest des ASV Breuberg im Juni 1995
Werbeplakat für das 15. Anglerfest des ASV Breuberg im Juni 1995
Vorbereitungen für den Netzzug am 04.11.1995 im Sandbacher See
Vorbereitungen für den Netzzug am 04.11.1995 im Sandbacher See

1996

Malerisch im Winterkleid liegt der Sandbacher See in der Morgendämmerung beim Anangeln am 31.03.1996.
Malerisch im Winterkleid liegt der Sandbacher See in der Morgendämmerung beim Anangeln am 31.03.1996.
Kurze Pause beim Anglerfest am 15.06.1996 für die vielen freiwilligen Helferinnen. Stehend Anni Luther, Anneliese Dalwigk und Helga Bichelmeier. Ein Mitglied und helfende Ehefrauen.
Kurze Pause beim Anglerfest am 15.06.1996 für die vielen freiwilligen Helferinnen. Stehend Anni Luther, Anneliese Dalwigk und Helga Bichelmeier. Ein Mitglied und helfende Ehefrauen.

In der Jahreshauptversammlung wurden in den Vorstand gewählt:
1. Vorsitzenden: Paul Adam
2, Vorsitzender: Hans Schneider, Michelstadt,
Schriftführerin: Rosel Adam,
Kassierer: Leopold Wernig,
Jugendwart: Reinhard Faust,
Sportwart: Fritz Faust, Höchst,
Gewässerwarte: Theo Schubert, Manfred Olt, Lützelbach, Erich Luther,
Gerätewart: Horst Seul, Fränkisch-Crumbach,
Gehilfin der Schriftführerin: Ursula Sauer,

Am Anangeln am See am 31.03.1996 wurden von 41 Mitgliedern gesamt 331 Forellen mit einem Gewicht von 117kg gefangen.

Für das Anglerfest 1996 gab es eine Meinungsverschiedenheit wegen des Bierpreises zwischen dem Vorstand und Festausschuss. Von den Mitgliedern wurde für 0,4l Pils ein Preis von 3,20 DM beschlossen.

Durch Paul Adam wurde eine Spende von DM 100,– an die Freiwillige Feuerwehr Sandbach beim Tag der offenen Tür überreicht.

1997

Zitat Gewässerwart: „Der Arbeitseinsatz im Frühjahr war wieder schwach besucht. Nur ein Jugendlicher nahm teil, der Rest waren fast alles Rentner. Der Vorstand überlegte sich, ob es für 1998 eine neue Regelung der Arbeitsstunden geben wird.“

Der Angelverein Neustadt hatte einen Antrag an die Stadt Breuberg gestellt. Sie wollten an der Strecke Mümling mitangeln. Dieser Antrag wurde von der Stadt Breuberg abgelehnt.

Wegen Schwarzanglern wurden verstärkte Kontrollen an der Mümling gemacht.

Aus der Mümling wurden im Bereich des Auslaufes der Kläranlage der Odenwaldkonserven Wasserproben genommen. Anlass war der Hinweis des Mitglieds Bichelmaier, dass sich abends das Auslaufwasser grün färben würde.

Beim Picknick für Festhelfer am 05.09.1997 an der Hütte am See gab es für ca. 80 Personen Rollbraten von der Metzger Heil – mit und ohne Füllung.

Die Aufnahmegebühr wurde 1997 auf DM 250,– erhöht. Dies galt für alle neuen Mitglieder, welche nach dem 1.1.1997 neu in den Verein eintraten.

Für das Anglerfest 1997 wurden 80 Forellen zum Verkauf geräuchert.
Für das Anglerfest 1997 wurden 80 Forellen zum Verkauf geräuchert.
Paul Adam gewann ein Damenrad im Wert von 899 DM als Hauptpreis beim Anglerball der Tombola 1997. Paul hat man aber nie mit dem Fahrrad gesehen.
Paul Adam gewann ein Damenrad im Wert von 899 DM als Hauptpreis beim Anglerball der Tombola 1997. Paul hat man aber nie mit dem Fahrrad gesehen.

1998

Ausnahmsweise wurden die Forellen nach dem Anangeln am 29.03.1998 gleich auf der Wiese am See geputzt.
Ausnahmsweise wurden die Forellen nach dem Anangeln am 29.03.1998 gleich auf der Wiese am See geputzt.
Zum 18. Anglerfest 1998 wurde mit 30m länge das größte Festzelt aller Zeiten aufgestellt.
Zum 18. Anglerfest 1998 wurde mit 30m länge das größte Festzelt aller Zeiten aufgestellt.

Der ASV Breuberg hatte Anfang 1998 60 aktive Mitglieder, 3 Ehrenmitglieder, 5 Jugendliche und 20 passive Mitglieder.

Der Rückblick auf das Anglerfest 1998 war durchwachsen. Schlechtes Wetter und gleichzeitiger Hessentag in Erbach, sowie zu klein gelieferte Forellen ließen den Umsatz schrumpfen.

Von einem Mitglied wurde am See der „große weiße Karpfen“ geangelt, lebend mitgenommen und in einem Privatteich in Neustadt besetzt. Dies war ein klarer Verstoß gegen die Angelbedingungen. Der Vorstand hat das Mitglied aufgefordert, den Karpfen wieder in den See zurück zu setzen.

Der Vorstand hatte beim Finanzamt Michelstadt die Gemeinnützigkeit des Vereins beantragt. Vom Finanzamt wurden einige Punkte der aktuellen Satzung beanstandet. Die daraufhin geänderte Satzung wurde auf der Jahreshauptversammlung einstimmig angenommen.

Es wurde festgestellt, dass der Kartenverkauf für den Marbach Stausee für das abgelaufene Jahr rückläufig war.

1999

Der Vorstand gab bekannt, dass der Fischereipachtvertrag mit der Stadt Breuberg um weitere 10 Jahre verlängert wurde.

Der Verein führte für die Bezahlung der Mitgliederbeiträge das Lastschriftverfahren ein. Der Kassierer schrieb alle Mitglieder an.

Nach dem Abangeln standen die Vereinsmeister 1999 fest. Es waren Annelore Weinacht (Damen), Jens Adam (Herren) und Dennis Hübner bei den Jugendlichen.

Am 31.10.99 fand noch ein Raubfischangeln am See statt. Für den 1. Platz und den größten Fisch gab es ein Pokal.

Am 6.12.99 habt der Verein das erste Mal am Sandbacher Nikolausmarkt teilgenommen. Es hatte sich spontan ein ganzes Mitgliederteam bereiterklärt. Sie haben 150 Fisch-brötchen und 50 geräucherte Forellen verkauft.

Im Jahr 1999 wurden von 77 Personen 1.832 Arbeitsstunden geleistet. Das war ein Durchschnitt von 24 Stunden pro Person. Erich Luther war mit 133,75h das aktivste Mitglied. Erich und seine Frau Anni Luther betreuten die Hütte, als wäre es ihre Eigene. Da war immer alles top.
Ein Mitglied war bei der Bundeswehr und hat trotzdem 22,75 Std.  geleistet.

Sichtlich zufrieden packte Vereinsanglerin Ursula Sauer ihr Takle trotz Regen nach dem Anangeln am 28.03.1999 zusammen.
Sichtlich zufrieden packte Vereinsanglerin Ursula Sauer ihr Takle trotz Regen nach dem Anangeln am 28.03.1999 zusammen.
volles Zelt und sehr gut Besucht war das Anglerfest 1999
volles Zelt und sehr gut Besucht war das Anglerfest 1999

Danke,
dass Ihr bis zum Schluss vom zweiten Teil der Chronik gelesen habt. Wir hoffen, dass ihr Spaß beim lesen hattet und euch die Erinnerungen gefallen haben. Sobald es unsere Zeit erlaubt, werden wir die restlichen Teile der Chronik schreiben und hier veröffentlichen.

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Petri Heil sagen Thomas Eismann und Rosel Adam